DORTHIN, WO NIEMAND HIN WILL
Karamoja gilt als vergessene Ecke Ugandas – doch von Gott ist dieser Ort nicht vergessen.
Karamoja gilt selbst unter ugandischen Christen als einer der Orte, an die man lieber nicht geht. Leiter von Missionswerken und Organisationen im eigenen Land sagen offen: Dorthin reisen wir nicht. Zu abgelegen, zu unsicher, zu vergessen. Genau an diesen Ort hat Gott unseren Freund Nathanael Aclassato und sein Team von Gospel Mission gerufen – zu Menschen, die kaum jemand haben will. Elf Tage lang durfte ich Teil dieser Reise sein, mitten unter dem Volk der Karamojong in Nakapelimoru, einem Volk mit stolzer Kriegertradition, das über Generationen als gefährlich und wertlos abgestempelt wurde. Was ich dort erlebt habe, war weit mehr als eine Reise: Ich habe gesehen, wie Gospel Mission Entwicklungshilfe und das Evangelium untrennbar miteinander verwebt – einen ganzheitlichen Ansatz, der mich tief bewegt hat. Besonders der Gedanke von lokalem Empowerment, davon, Verantwortung und Eigentümerschaft direkt in die Hände der einheimischen Leiter zu legen, hat mich nachhaltig geprägt. Es sind Schritte, die Gospel Mission bereits gegangen ist – und die auch vor uns in Namibia liegen. Diese Reise hat mich nicht nur bereichert, sie hat sichtbar Frucht gebracht – für die Menschen in Karamoja und für unsere eigene Arbeit.
01600
gefahrene Kilometer
020
Leiter trainiert
040
Bekehrungen
02
Entwicklungsprojekte besucht
Bete mit uns
Bete, dass die Entwicklungsprojekte langfristig Früchte tragen und den Menschen in Karamoja neue Perspektiven schenken – und dass wir das, was wir dort über ganzheitliche Mission gelernt haben, auch in Namibia fruchtbar umsetzen können.
»Ich habe erkannt, dass wir eine Familie sind.«
Dekan aus Nakapelimoru
Ein Wandel im Herzen
Der Dekan aus Nakapelimoru zählt zu den einflussreichsten Männern der Region. Sein Vater war einst einer der gefürchtetsten Krieger, der in blutigen Auseinandersetzungen große Landflächen eroberte – ein Erbe, das in Karamoja bis heute nachwirkt. Umso bewegender ist die Geschichte des Sohnes: Er selbst hat sich vor einiger Zeit bekehrt und war bei den Zurüstungstagen von Gospel Mission dabei. Bei unserem Treffen sprach er tief bewegt über seinen Wunsch nach Frieden in der Region. Er erkannte, dass die Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppen aufhören müssen – nicht aus taktischen Gründen, sondern weil er in ihnen inzwischen Familie sieht. Für einen Mann mit seiner Geschichte und seinem Einfluss ist das keine beiläufige Aussage, sondern ein sichtbarer Bruch mit dem Erbe seines Vaters. Was uns besonders erstaunte, war seine anschließende Bitte. In Afrika sind Anfragen an Missionare keine Seltenheit, oft geprägt von persönlichem Interesse. Der Dekan aber bat um nichts für sich selbst – er wünschte sich ein neues Motorrad für das Missionsteam, weil das alte immer wieder Probleme bereitete und die Arbeit vor Ort behinderte. Er dachte nicht an sich, sondern daran, wie das Evangelium noch effektiver zu den Menschen in seiner Region gebracht werden kann. Für uns ein starkes Zeugnis dafür, dass das Evangelium nicht nur Herzen verändert, sondern auch, wie Menschen denken und handeln – und ein Bild dafür, was lokales Empowerment in der Praxis bedeutet: Verantwortung, die von innen heraus getragen wird.
Galerie
Vom Tod zum Leben
Einer der bewegendsten Momente dieser Reise war der Besuch bei den Waisenkindern in Soroti – Kinder, die von Gospel Mission aus Karamoja geholt wurden, um ihnen ein neues und besseres Leben zu ermöglichen. Ihre Geschichten zu hören, war zutiefst erschütternd: Kinder, die beide Eltern verloren haben, deren Kindheit von Schmerz, Verlust und Einsamkeit geprägt war. Und doch stand vor uns keine Verzweiflung, sondern neue Hoffnung. „Vom Tod zum Leben" – kein Satz beschreibt es treffender. Die Hingabe von Gospel Mission und die treue Unterstützung monatlicher Spender haben Türen geöffnet, die einst verschlossen waren, und diesen Kindern nicht nur ein neues Zuhause, sondern eine neue Zukunft geschenkt. Genau dieses Prinzip hat uns beeindruckt: langfristige, ganzheitliche Fürsorge statt kurzfristiger Hilfe. Unser Gebet: dass ihre Vergangenheit nicht wie ein Schatten über ihrer Zukunft liegt, sondern dass sie fest in die Berufung hineintreten, die Gott für sie bereithält.
BRUNNEN
Sauberes Wasser für ein ganzes Dorf
GANZHEITLICH
Entwicklungshilfe und Evangelium Hand in Hand
EIGENVERANTWORTUNG
Verantwortung liegt in lokalen Händen
PARTNERSCHAFT
Gemeinsam im Auftrag des Königs
Eine Latrine, die Türen öffnet
Wir feierten die Einweihung der Latrine, die Gospel Mission in Nakapelimoru gebaut hatte – ein einfaches Bauwerk mit großer Wirkung für die Gesundheit der ganzen Gemeinschaft. Erst wenige Monate zuvor, im Frühjahr, hatte Gospel Mission dort bereits den alten Dorfbrunnen repariert: Fünf Jahre lang hatten die Familien zuvor weite Wege zurücklegen müssen, nur um sauberes Wasser nach Hause zu tragen. Bei der Einweihung der Latrine sagte einer der Ältesten Worte, die uns lange nachgegangen sind: Es sei töricht gewesen, diese Hilfe nicht schon viel früher angenommen zu haben – jetzt wünschten sie sich in jeder Manyatta eine solche. Ein einfacher Satz, der zeigt, wie sehr praktische Hilfe Vertrauen schafft und Türen für das Evangelium öffnet. Genau das ist der ganzheitliche Ansatz, den wir bei Gospel Mission erlebt haben und der uns tief geprägt hat: Wo wir den Menschen mit konkreter Hilfe begegnen, wird auch das Wort glaubwürdig gehört. Entwicklungshilfe und Mission, Hand in Hand – ein Weg, den wir künftig auch für unsere Arbeit in Namibia mitdenken wollen.
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